HomeWir über uns / KontaktAngebote & TarifeDozentenProjekte / KonzerteAktuelles / TermineFragen?LinksGästebuch
 
 .: Projekte / Konzerte .: 2009: Die Hexe und das Mädchen


  suche

Die Hexe und das Mädchen



Wenn Jubiläen zu feiern sind, lässt man es sich üblicherweise auch gerne etwas kosten. Da werden dann nationale und internationale Künstler verpflichtet, die - wenn auch nur stundenweise - das Flair der großen weiten Welt in die Beschaulichkeit der Provinz bringen. In Gummersbach ist man einen anderen Weg gegangen - zum Glück. 900 Jahre Stadtgeschichte sollten nach dem Willen der Verantwortlichen im Rathaus eben nicht zum Schaulaufen persönlicher Eitelkeiten werden, sondern Chance, mit den Bürgern der Stadt zu feiern und sie an die Meilensteine der Entwicklung des 1109 erstmals erwähnten „Gumeresbrath“ zu erinnern. Mit einer Jubiläumsrevue trug man den historischen Wurzeln Rechnung, verpackte die Vergangenheit aber auf eine moderne Art und Weise, dass die 800 Besucher bei der Premiere der Revue „Die Hexe und das Mädchen“ zu Recht begeistert waren.

Nach zweijähriger Vorarbeit gelang den Gummersbacher „Kulturpäpsten“ geradezu ein Meisterstück. Künstlerisch wertvoll sollte es sein, informativ natürlich, locker und leicht „verdaulich“, amüsant und komödiantisch, sozusagen ein Geschenk von Bürgern der Stadt für die Besucher des Theaters. Verantwortlich für die Show waren Martin Kuchejda (Dialoge, Songtexte und Regie), Karsten Dobermann (Musikalische Leitung, Komposition und Orchester-Arrangements), Joachim Kottmann (Komposition und Chor-Arramgement) sowie Peter Even (Produktionsleitung). Und jeder Besucher spürte: Hier waren Profis am Werk. Unter Mitarbeit der Gummersbacher Stadthistoriker Gerd Pomykaj und Jürgen Woelke hatte man Szenen der Stadtentwicklung zusammengestellt, die prägend für die Gummersbacher Stadtgeschichte waren. Etwa die Gründung, als der Bischof aus Köln beschloss, im Dschungel des Bergischen eine Kirche zu errichten.

Oder das Beispiel für die Wehrhaftigkeit und Sturheit der Stadtbewohner, als ein Derschlager Gastwirt den Schinderhannes und seine Bande davonjagte. Mathilde de Buhr, die große Tänzerin der Stadt, die sogar auf der Weltausstellung in Chicago ihren Schlangentanz aufführte, erfuhr ebenso Erwähnung wie der Speckrussenaufstand, die Entwicklung des Handballs im VfL Gummersbach, das Schützenwesen oder der Erfindungsgeist der Steinmüllers. Eingebettet war die Gummersbacher Geschichte in einen bunten Reigen von Szenen, die von einer betörenden Leichtigkeit waren. Dazu trugen vor allem die Hexe (Frauke Harder) und das Mädchen (Nina Schmallenbach) bei, die durch das Programm führten, aber auch aktiv in den einzelnen Szenen Akzente setzten. Als in Bronze gegossenes Kunstwerk wird mancher die Hexe vom Hexenbusch kennen, als lebendige Figur gab sie der Revue ein Gesicht.

Viele Gäste waren überrascht, welche künstlerische Potenz in Gummersbach mit dem Musical Projekt Oberberg, den Darstellern und Sängern, dem Pop- und Jazzchor „chorwärts“ der Musikschule, den „Lantemicker Männersängern“ (MGV Lantenbach), dem Jungen Symphonieorchester und vielen weiteren Beteiligten vorhanden ist. Bemerkenswert auch die Tatsache, dass die Revue dunkle Stunden der Vergangenheit nicht verschwieg. Die Deportation von Juden, ethnischen Minderheiten und Regimekritikern in der Zeit des Nationalsozialismus wurde mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt, doch die innere Beklemmung rasch durch die Lächerlichkeit aufgelöst, der man die Nazis preisgab. Da wollte doch ein Naziführer glatt den Rechtsverkehr auf Bürgersteigen einführen. Die Gummersbacher lachten ihn aus.

Fazit: Eine überaus gelungene Jubiläumsrevue, Prädikat absolut sehenswert. Eben eine Geschichtsstunde der besonderen Art und das Gefühl, dass Heimat nichts Langweiliges sein muss. Und der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt zollten viele Besucher Dank dafür, dass sie die Kosten der Revue übernahm. Schließlich ist Heimatgeschichte nur selten so kulturell wertvoll präsentiert worden.

Bürgermeister Frank Helmenstein kam nach der Premiere auf die Bühne und sprach von einer Sternstunde für das Theater!


Impressum / Rechtliches

Neu nach den Sommerferien! E-Gitarren Unterricht für Kinder ab 6 Jahren!
04.07.2017
lesen

Cajongruppen für Kinder suchen neue Teilnehmer!
30.06.2017
lesen


© 2010 Musikschule Gummersbach